Agenda 2011

Alles, was sonst nirgendwo rein passt...

Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 06 Mär 17 - 10:13

Wie Fake-News entstehen

Gestern fand der Auftakt zur 75. Fernfahrt der Radprofis „Paris-Nizza“ statt. Die 1. Etappe war hochklassig. Die letzten 60 Kilometer konnte ich live auf Eurosport verfolgen.

Ein paar dürre Worte hat die HAZ heute dafür übrig:

Radsport: Der Franzose Arnaud Demare hat gestern nach 148,9 Kilometern die Auftaktetappe der Fernfahrt Paris-Nizza im Spurt vor seinem Landsmann Julian Alaphilippe gewonnen. Bester Deutscher: Emanuel Buchmann als 75.

Alles klar? Nein! Die dpa-Meldung wurde von der HAZ dermaßen kastriert, dass die Fakten nun auf dem Kopf stehen. So steht es im Original:

Der deutsche Ex-Meister Emanuel Buchmann kam bei der 75. Ausgabe der Fernfahrt nicht weit. Der Profi aus dem Bora-hansgrohe-Team war in einen Massensturz verwickelt und musste mit einer Knieverletzung aufgeben.

Aus der 75. Ausgabe machte die HAZ den 75. Platz des angeblich besten Deutschen, der in Wirklichkeit wegen eines Sturzes früh ausgeschieden war. Tatsächlich bester Deutscher war André Greipel als Dreizehnter mit einem Rückstand von 37 Sekunden auf den Sieger. Greipel hatte sich zusammen mit Marcel Kittel (26. Platz + 1:17) bis kurz vor Schluss in der Spitzengruppe gehalten.

Was lernen wir daraus? Lieblosigkeit + Ahnungslosigkeit = Fake News
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Netzmeister » 16 Mär 17 - 11:18

Gerhard hat geschrieben:
Gerhard hat geschrieben:100.000 Klicks

Ich und mein Stolz. (111111 Klicks)
Ich und mein Holz. (30 Mio. Klicks) https://www.youtube.com/watch?v=wjXUBG15eZ8
[...]

Der stets auf Richtigkeit bedachte Gerhard macht solch einen Fehler? Unglaublich! :mrgreen:
Ich habe gelernt, dass man "XYZ und ich" sagt (man sagte damals, dass der Esel sich zuletzt nennt) und eben nicht "Ich und mein St(H)olz". :wink:
Ob zweifelhaft witziges Liedgut zum Sprachwandel beigetragen hat: schwer zu sagen.
:)
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 18 Mär 17 - 10:26

Lieber Netzmeister,

„Witzigkeit kennt keine Grenzen.“ Vor allem nicht beim Liedgut. Der Witz lebt davon, dass er etwas Alltägliches kontrastiert. Beispiel: Torte auf dem Tisch ist alltäglich. Torte im Gesicht ist witzig. – Da du offenbar in der Schule aufgepasst hast, als die Eselsbrücke mit dem Esel dran war, wird sicher auch ein anderer Spruch in deinem Langzeitgedächtnis haften geblieben sein: „Ausnahmen bestätigen die Regel.“ In diesem Sinne empfehle ich dir, die Autobiografie von Sir Peter Ustinov zu lesen: Ich und ich.

Herzliche Grüße
Gerhard
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Netzmeister » 19 Mär 17 - 18:56

Gerhard hat geschrieben:[...] „Ausnahmen bestätigen die Regel.“ [...]

Das erzähle mal einer schwanger gewordenen Frau :D

Habe das Lied noch einmal angehört und war beruhigt: immer noch genauso blöd wie zu der Zeit, als ich es das erste Mal hörte.

Mit besten Wünschen
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 20 Mär 17 - 09:12

Netzmeister hat geschrieben:Habe das Lied noch einmal angehört und war beruhigt: immer noch genauso blöd wie zu der Zeit, als ich es das erste Mal hörte.

Das Lied ist eine Persiflage auf die Verkaufssender im Fernsehen. Die Blödheit ist somit beabsichtigt. Den Sinn versteht man nur, wenn man sich die im Video eingeblendeten, ständig wechselnden Preise und Verkaufszahlen anguckt. Nicht die Jungs, denen ein Knüller (>30 Mio. Klicks) gelungen ist, sind blöd, sondern Teile unserer Gesellschaft, die sich von dampfplaudernden Verkäufern via Mattscheibe unnötiges Zeug aufschwatzen lassen.
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Netzmeister » 24 Mär 17 - 11:39

Gerhard hat geschrieben:
Netzmeister hat geschrieben:Habe das Lied noch einmal angehört und war beruhigt: immer noch genauso blöd wie zu der Zeit, als ich es das erste Mal hörte.

Das Lied ist eine Persiflage auf die Verkaufssender im Fernsehen. Die Blödheit ist somit beabsichtigt. Den Sinn versteht man nur, wenn man sich die im Video eingeblendeten, ständig wechselnden Preise und Verkaufszahlen anguckt. Nicht die Jungs, denen ein Knüller (>30 Mio. Klicks) gelungen ist, sind blöd, sondern Teile unserer Gesellschaft, die sich von dampfplaudernden Verkäufern via Mattscheibe unnötiges Zeug aufschwatzen lassen.

Nun, die Persiflage und dessen Botschaft auf besagte TV-Formate wird durch das Video, weniger durch den Songtext vermittelt. Und eben jenen finde ich total bescheuert. Möglicherweise würde das im Englischen ("Me an my wood") gar nicht auffallen.
Und ich bleibe dabei: "Mein Holz und ich wäre richtig.

Mind. einer der beiden Darsteller im Video hat Ähnlichkeit mit ein Teil von "Onkel Fisch", die für die Comedy bei 1live verantwortlich waren (Grillstube Saloniki, Sataan - die Serie, Ähnie und Herr Bert, Biene Maier, usw.)
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 25 Mär 17 - 10:35

Esel first!

Es ist dir unbenommen, das Lied total bescheuert zu finden. Es ist dir auch unbenommen, den Titel „Ich und mein Holz“ blöd zu finden. Mit richtigem Deutsch hat das indes nichts zu tun, sondern mit „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“.

Es fällt auf, dass der Titel nur aus einem Subjekt besteht, das sich aus zwei Substantiven (Ich und Holz) zusammensetzt. Was es damit auf sich hat (Prädikat und Objekt), erfahren wir nicht. Ginge es darum, aufzuzeigen, um wessen Holz es sich handelt, könnte der Titel schlicht „Mein Holz“ heißen. Dass das Holz mir gehört, wird durch das Possessivpronomen „mein“ angezeigt. In diesem Fall stünde das Holz – warum auch immer – im Mittelpunkt. Soll es aber nicht. Da es sich bei dem Lied um eine Persiflage auf das Kaufverhalten bestimmter Leute handelt, haben die Autoren das Ich ausdrücklich in den Vordergrund gestellt. Es geht ja nicht um das, was tatsächlich gekauft wird (ob Holz oder Antifußpilzsalbe), sondern um die Befriedigung des Egos, die sich in einer Besitzanhäufung ausdrückt, und sei diese noch so absurd.

Heute gibt es in der HAZ einen Artikel mit der Überschrift: Echt Holz. Es geht um einen Bootsbauer in Ostfriesland. Nun könntest du einwerfen, das sei falsches Deutsch, es müsse entweder „Echtes Holz“ oder „Echtholz“ heißen. Richtig, gäbe es da nicht den allseits bekannten Kontext. Diesen sprachlich zu pointieren ist eine Kunst. Mit Schulwissen allein wirst du kein Künstler.

Natürlich ist nicht alles erlaubt. Einem Beamten würde man folgenden Satz nie abnehmen:
Ich und mein Holz arbeiten.

Merke: Denkmuster sind gut. Flexibles Denken ist besser. Dann klappt’s auch mit dem Humor.
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 27 Mär 17 - 16:04

Ich und mein Rennrad

Juchhu! Es geht noch. Ohne Stützräder bin ich heute wieder Rennrad gefahren. Der Stemmer Berg war mein Ziel. Ein halbes Jahr stand meine Rennmaschine ungenutzt im Keller. Sie hat mir den Liebesentzug nicht übel genommen. Okay, der Reifendruck war auf 2,5 bar abgesunken, und der Tacho sagt keinen Mucks mehr, aber ansonsten spulte sie die 37.500 Meter Wegstrecke tadellos ab. Etwas Neues habe ich indes gelernt. Früher habe ich Fragen von Radsportlaien negiert, wenn die wissen wollten, ob ein harter Sattel beim Fahren wehtut. Heute spürte ich meine Backen bereits nach 20 km.
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Netzmeister » 31 Mär 17 - 11:39

Gerhard hat geschrieben:[...]

Natürlich ist nicht alles erlaubt. Einem Beamten würde man folgenden Satz nie abnehmen:
Ich und mein Holz arbeiten.

Merke: Denkmuster sind gut. Flexibles Denken ist besser. Dann klappt’s auch mit dem Humor.

Okay: Ende der Diskussion von meiner Seite aus.
Star Wars werde ich mir weiter ansehen - trotz Yoda´s eigenwilliger Art, Sätze zu bauen.
Das Radio wird bei "Ich und mein Holz" dennoch stumm gestellt :)
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 02 Apr 17 - 18:41

Netzmeister hat geschrieben:Okay: Ende der Diskussion von meiner Seite aus.
Star Wars werde ich mir weiter ansehen - trotz Yoda´s eigenwilliger Art, Sätze zu bauen.
Das Radio wird bei "Ich und mein Holz" dennoch stumm gestellt :)

Trotzdem gut, dass wir darüber gesprochen haben. Anderes Thema:

Sind Triathleten arrogant?

Vor Klischees sollte man sich hüten. Meine Anspielung auf Beamte (Was ist der Unterschied zwischen einem Beamten und Holz? – Holz arbeitet!) war als Scherz gedacht. Keinesfalls würde ich Beamte in eine bestimmte Ecke stellen. Es gibt solche und solche. Das gilt auch für Triathleten. Nichtsdestotrotz hatte ich heute ein Erlebnis, das den Schluss zulässt, dass sich das Sozialverhalten von Triathleten signifikant von dem reiner Radsportler unterscheidet.

Heute Vormittag war ich zu einer kleinen Tour aufgebrochen, die vom Südufer des Maschsees in Richtung Süden führte. Es war wenig los auf den Straßen. In Hemmingen überholten mich zwei Triathleten im Trikot von Hannover 96. Sie fuhren in Zweierreihe und unterhielten sich ununterbrochen. Als sie mich überholten, war ihr Tempo geringfügig höher als meins. Sie würdigten mich keines Blickes.

Unter echten Radsportlern ist es üblich, dass man sich grüßt; es sei denn es wimmelt von Radsportlern, oder es handelt sich um einen Wettkampf. Oft sind solche Grüße kleine Gesten; aber sie erfüllen ihren Zweck. Nun war ich weit und breit der einzige Radsportler, der zudem zünftig gekleidet war und das im Trikot der renommierten Taifunis. – Einfach grußlos an mir vorbeizufahren, empfand ich deshalb als ziemlich arrogant.

In einem gebührenden Abstand von 50-100 m fuhr ich hinter den beiden her, weil ich die gleiche Wegstrecke geplant hatte. In Koldingen mussten wir an der Ampel halten. Ich betätigte die Fußgängerampel, und kurze Zeit später hatten wir Grün. Jetzt kommt’s: Auf der Gegenseite gibt es bekanntlich die kleine Steigung. Die beiden steuerten von links und ich von rechts darauf zu. Dabei kam der eine Triathlet ganz dicht an mich heran. Er berührte mich fast, hielt seinen Blick aber stur nach unten gerichtet. Nicht ein Blick, kein Danke. Nichts.

Über Ruthe fuhren wir bis Jeinsen. Ich hielt meinen Abstand. In Jeinsen trennten sich unsere Wege. Ich bog ab in Richtung Pattensen. Auf der Brücke über der Umgehungsstraße kamen mir auf dem Radweg zwei Radsportler im Trikot der Concorden entgegen. Beide grüßten freundlich mit einem: „Moin!“ Ich antwortete mit: „Moin, Moin!“. - Geht doch!
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Martin » 03 Apr 17 - 11:35

Ich amüsiere mich vorzüglich. Gerhards Beiträge scheinen mit einem Gegenpart besser den je.
Für mich als Analphabeten, ist die Deutschstunde schlüssig. Nie konnte irgendein Deutsch Lehrer mir dies vermitteln.
96 Triathleten, wahrscheinlich sind mir die zwei am Samstag im Schaumburger Land begegnet.
In strengster Aerohaltung, im Einteiler Windschatten fahrend, meine ich eine kleine Abweichung der Aerodynamik in Form eines gestreckten Daumen vernommen zu haben. Nach Gerhards Beitrag war dies wahrscheinlich jedoch kein Gruß, sondern ein Schaltvorgang. Wie immer wissen es Triathleten wahrscheinlich besser.
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 06 Apr 17 - 07:50

Martin hat geschrieben:Ich amüsiere mich vorzüglich. Gerhards Beiträge scheinen mit einem Gegenpart besser den je.
Für mich als Analphabeten, ist die Deutschstunde schlüssig. Nie konnte irgendein Deutsch Lehrer mir dies vermitteln.

Hier werden Sie geholfen!

Vorsicht bei der Wahl einer Ambiguität. Sie könnte zu Missverständnissen führen. Beispiel:
Im Urwald kann man wilde Grillen sehen.
Im Urwald kann man Wilde grillen sehen.

Phonetische Mehrdeutigkeit (Homophonie)
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Netzmeister » 06 Apr 17 - 11:44

Das passiert mir auch bei Nicht-Trias öfters - irgendwie bein den rot-weißen (Rennsportlern) häufiger als bei anderen hannoverschen Vereinen.
Hier rund um Hamburg passiert das so gut wie nie. Es grüßen auch Trias und MTBlerund wer nicht grüßt kann nur ein 96er Tria sein, der sich verfahren hat - weil er immer den Kopf unten hat.

Zur Grammatik: beim Trennen aufpassen
Beispiel
Ur-
instinkt

statt

Urin-
stinkt

und bei der Comedyserie "Sechserpack" gab es auch mal einen netten Clip, den ich leider nicht mehr finde - vllt. poste ich den noch mal hier.

Edit: ah, da ist er also https://vimeo.com/36248027
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Martin » 06 Apr 17 - 13:58

der Netzmeister scheint Triathlet zu sein, in HH.
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Re: Agenda 2011

Beitragvon Gerhard » 08 Apr 17 - 09:24

Zur Abwechslung mal ein Bilderrätsel. Auf dem folgenden Foto sind Insignien abgebildet, die eine Sportveranstaltung charakterisieren, die morgen live im Fernsehen übertragen wird. Zugegeben, die Lösung ist so schwierig, dass dafür nur der Inhaber eines Superhirns infrage kommt, auf das ich euch in meinem Beitrag vor vier Jahren aufmerksam gemacht habe: viewtopic.php?f=3&t=198#p4511[*]

Wer zudem die Podiumsplätze in der richtigen Reihenfolge voraussagt, erhält von mir gratis einen IQ-Bonus von +25. Kleiner Tipp: Es handelt sich nicht um die RTF „Vom Fössefeld durch das Leinetal“. Wunstorfer scheiden somit aus.
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